ZentralmaturaDie Zeichen stehen in Sachen Zentralmatura auf Sturm: Die dilettantische Vorgangsweise des Ministeriums lässt – begleitet von erschreckenden Zwischenergebnissen („Ein Drittel der Schularbeiten negativ“) – für die kommenden Wochen und Monate Schlimmes erahnen. Die Verunsicherung, Kritik und Proteste seitens der MaturantInnen sind nachvollziehbar. MaturantInnen dürfen nicht zu Opfern einer desaströsen Vorbereitung der Zentralmatura werden.
Die Empörung bei Eltern und SchülerInnen ist absolut berechtigt. Ich kann nicht verstehen, warum die vielen kritischen Stimmen der letzten Monate nicht zur Kenntnis genommen wurden. Gleichzeitig aber warne ich vor hysterischen Schnellschussreaktionen, wie sie bei der „Datenleck-Affäre“ der Fall waren.
Während aus der Steiermark gemeldet wird, dass jede dritte Probeschularbeit für die Zentralmatura negativ bewertet wurde und uns weitere Meldungen aus ganz Österreich von verunsicherten Eltern erreichen, spricht das BIFIE auf seiner Website von einem „angemessenen Schwierigkeitsgrad und einer hohen inhaltlichen Qualität“ der Aufgabenstellung. Da stimmt doch ganz offenkundig etwas nicht! Warum verschließt das BIFIE seine Augen vor der Realität?
Ich habe heute in einer Presseaussendung daher als Sofortmaßnahme die Einrichtung einer Beratungs- und Krisenhotline gefordert: Alle Betroffenen müssen Ansprechpartner haben, die auf die Riesenverunsicherung kompetent und unbürokratisch reagieren können. Im Notfall muss für dieses Jahr an einer Zwischenlösung gebastelt werden, die nicht Maturantinnen und Maturanten zu den Opfern einer schludrigen Vorbereitung des Projekts Zentralmatura machen, gleichzeitig aber das an sich sinnvolle Projekt nicht gefährden.
Für die „Grüne Schule“ gilt wie für alle vor der Reifeprüfung Stehenden: „Kein Kind (und keine MaturantIn) zurücklassen!